Rückblick auf die Szenarienwerkstatt zum Verkehrs- und Gestaltungskonzept der Bahnhofstraße am 05. Mai 2017

15.06.2017 — Mobilität und Verkehr

Am Samstag, dem 06. Mai, wurden im Rahmen einer öffentlichen Szenarienwerkstatt im Ulrich-von-Hutten-Gymnasium verschiedene Szenarien für die Gestaltung der Verkehrsräume und der Seitenräume der Bahnhofstraße vorgestellt und diskutiert. Mehr als 100 Personen informierten sich im Laufe des Tages über die verschiedenen Szenarien und brachten sich in die Diskussionen ein.

Erarbeitet wurden die Szenarien von den beauftragten Büros, IVAS und Rehwaldt Landschaftsarchitekten, auf der Grundlage der Bedarfe und Ideen von Bürger_innen und Mitgliedern des Gebietsgremiums sowie Anregungen aus der Verwaltung. Die entwickelten Szenarien bzw. Varianten sind Diskussionsgrundlagen für den weiteren Prozess der Erarbeitung des Verkehrs- und Gestaltungskonzeptes für die Bahnhofstraße.

Drei Szenarien wurden im Rahmen der Werkstatt am 06. Mai in Arbeitsgruppen vertiefend diskutiert. Dabei wurden Rückmeldungen der Teilnehmenden zu den einzelnen Szenarien aufgenommen und Querungshilfen, Gestaltungsideen der öffentlichen Räume sowie mögliche Aufpflasterungen in den Eingangs- und Einmündungsbereichen der Bahnhofstraße thematisiert.

Bei den Diskussionen zeigte sich deutlich, dass ein Szenario, welches die Führung des Radverkehrs auf baulich angelegten Radwegen überwiegend im Bereich der gegenwärtigen Gehwege vorsah, von den meisten Teilnehmenden abgelehnt wurde. Daher wird das entsprechende Szenario im weiteren Planungsprozess nicht mehr weiterverfolgt.

 

 

Szenario A2 – Radfahrstreifen

Das Szenario A2 (siehe Abbildung 1) stieß bei den Teilnehmenden weitestgehend auf Zustimmung. Es zeichnet sich durch je eine 3,10m breite Richtungsfahrspur für den Kfz-Verkehr, 1,90m breite Radfahrstreifen auf der Fahrbahn und parallel zur Fahrbahn ausgerichtete Pkw-Stellplätze auf beiden Seiten aus.

Die Vorteile des Szenarios A2 liegen in den, im Vergleich zum Bestand, breiteren Fußverkehrsbereichen und der breiten Radverkehrsanlagen als Radfahrstreifen. Radfahrstreifen dürfen  nicht durch den Kfz-Verkehr mitgenutzt werden und bieten somit ein höheres Maß an Sicherheit für den Radverkehr. Bei Parkvorgängen ist das Überfahren des Radfahrstreifens jedoch erforderlich und zulässig. Abbildung 2 zeigt eine Visualisierung des Straßenraumes für das Szenario A2. Im Nachgang der Szenarienwerkstatt wird diese Variante von den beauftragten Büros weiter ausgearbeitet.

Abbildung 1: Querschnitt Bahnhofstraße Szenario A2 (am Beispiel des Abschnittes zwischen Riedingerstraße und Goltzstraße)

Abbildung 2: Visualisierung des Straßenraumes, Variante A2

Szenario B1 – Einbahnstraße

Sehr kontroverse Diskussionen gab es bei der vorgestellten Variante B1 (siehe Abbildung 3). Diese sieht die Schaffung einer Einbahnstraßensituation für den privaten Kfz-Verkehr in Fahrtrichtung des S-Bahnhofes vor. In diese Fahrtrichtung ist die Einrichtung eines Fahrstreifens für den Kfz-Verkehr und eines Fahrradstreifens vorgesehen. Für Busse und Fahrräder wird die Befahrbarkeit der Straße in beide Richtungen in dieser Variante mittels einer „Umweltspur“ gewährleistet.

Auf dieser Seite entfallen dementsprechend die Stellplätze für Pkw, wodurch mehr Raum für Fußgänger_innen zur Verfügung steht (siehe Abbildung 4). Schwierigkeiten bestehen bei dieser Variante hinsichtlich der schlechteren Erreichbarkeit der Bahnhofstraße durch den Kfz-Verkehr, des geringen Parkraumangebotes im Straßenraum, der Verdrängung von Verkehren in die Nebenstraßen und der Erzeugung zusätzlicher Verkehrsaufkommen im Kfz-Verkehr durch Umwegfahrten. Unter Berücksichtigung dieser Problemstellungen wird dieses Szenario, auch in der Variante der Einbahnstraße ohne „Umweltspur“, zunächst weiter geprüft.

Abbildung 3: Querschnitt Variante B1 (am Beispiel des Abschnittes zwischen Riedingerstraße und Goltzstraße)

Abbildung 4: Visualisierung des Straßenraums, Variante B1

Weiteres Vorgehen

Im weiteren Verlauf der Erarbeitung des Verkehrs- und Gestaltungskonzeptes werden die Varianten A2 und B1 mit den zuständigen Fachstellen abgestimmt. Die Variante B1 wird insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die Nebenstraßen geprüft. Die Variante A1 wird unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Szenarienwerkstatt weiter ausgearbeitet.

Die von den Teilnehmenden gewünschte Beachtung von innovativen Lösungen wird i.R. des Verkehrskonzeptes durch  Empfehlungen zur Bewirtschaftung des Parkraums, Hinweise zur Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und die Organisation des Lieferverkehrs berücksichtigt. Am 13. Juli wird das fertige Konzept im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Auf der Grundlage des Konzeptes wird die Objektplanung für die Bahnhofstraße erfolgen.

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